SDS Sessions v.1
// Oktober 5th, 2011 // No Comments » // Allgemein, SDS Session v.1
Es ist Dienstag, 9. August, irgendwo an einem Studio im nassen Hamburg. Eine Gruppe Fans aus allen Ecken Deutschlands und sogar Europas hat sich eingefunden um an einem kleinen, exklusiven Event teilzunehmen: Julien-K nahmen eine neue EP auf und wir durften zugucken und -hören.
Daniel Heerdmann von Tiefdruck Musik erwartete uns bereits am Eingang um uns zu begrüßen und uns in eines der oberen Stockwerke zu bringen, in welchem sich das Studio befand. Im leicht nach nassem Hund duftenden Aufzug erhielten wir die extra für die Studiosession angefertigten Pässe und Schlüsselbänder, die eine sehr schicke Erinnerung abgeben und anschließend eine Einführung in den Ablauf, auf was wir achten müssten und dass wir nicht unbedingt das ein paar Millionen Euro teure Studioequipment in Schutt und Asche legen sollten.
In dem famos ausgestatteten Studio, in dem sich sogar Gerätschaften befinden, mit denen bereits die Beatles aufgenommen haben, warteten bereits die Band und der Rest der Tiefdruck-Crew. Daniel gab noch einen kurzen Rundgang durchs Studio, für den der Supreme Commander Ryan Shuck sein Leben riskierte, um das der Fans mithilfe einer Maschinengewehr-Gitarre vor möglichen Axtmördern im Studio zu schützen, indem er mit seiner „Waffe“ todesmutig voran ging und den Weg sicherte.
Nachdem feststand, dass sich weder Mörder noch Terroristen zwischen den Verstärkern eingeschlichen hatten, konnte die Session beginnen. Wir hatten die Möglichkeit, zum einen direkt im Raum mit der Band zu bleiben und uns dort direkt mit Kopfhörern ins Monitoring der einzelnen Bandmitglieder einzustöpseln und zu hören, was sie beim Aufnehmen hören. Das war überall anders und jedes Mal von neuem interessant. Die andere Möglichkeit war, sich in den Mixing-Raum zu begeben und dort live zu mitanzuhören, wie sich das, was später auf dem Vinyl landet, so ungefähr klingt. Als Besonderheit dieser Session muss man anmerken, dass sich Julien-K hier extra für die Vinyl-EP für die „oldschool’-Variante des Aufnehmens entschieden haben, was heißt, dass die Band zusammen in einem Raum spielt und der Song direkt auf Band festgehalten wird. Heute ist es normalerweise üblich, dass jedes Bandmitglied einzeln seine Spur digital aufnimmt und am Ende die besten von allen Aufnahmen zu einem Song zusammengemischt werden. Wenn bei der analogen Variante jedoch auch bei der vierten Aufnahme noch ein Fehler ist oder einer der Anwesenden hustet, dann landet auch das auf dem Band und am Ende vielleicht sogar auf dem fertigen Produkt. Deswegen wurde uns im Übrigen auch nahegelegt, uns möglichst geräuscharm zu verhalten, während die Arbeit im Gange war und die Handys auszuschalten. Es darf geraten werden, welche trotzdem klingelten – genau, die der Band. Aber passenderweise nur dann, wenn die Aufnahme gerade fertig war.
Per Handzeichen durften wir abstimmen, mit welchem Song angefangen werden sollte und die Mehrheit entschied sich für “Dregs Of The World” – ein Titel, der ausschließlich auf dieser EP zu finden sein wird und nicht auf dem neuen Album We’re Here With You. Mit den analogen Einwegkameras, von denen jeder eine bekommen hatte, wurden kräftig Bilder geschossen, von denen die besten ihren Weg in das Artwork der CD finden könnten. Zur Unterstützung von uns enthusiastischen Amateuren war auch ein professioneller Fotograf anwesend, der dem Spektakel mit Spiegelreflex- und Polaroidkamera zu Leibe rückte. Nach der ersten Aufnahme wurde Kopfhörer-Wechsel-Dich gespielt, damit möglichst jeder im Verlauf der Session die Chance bekommen konnte, bei jedem Bandmitglied einmal mitzuhören. Auf “Dregs Of The World” folgte der Kollabo-Song mit Vandal,“Fail With Grace”, welcher bereits von den Live-Shows bekannt war. Nachdem auch dieser Song mehrere Male gespielt und aufgenommen wurde, kam es zur ersten Pause. Es wurde getrunken, gequatscht, gealbert und schließlich auch Pizza geordert, da die Mehrheit hungrig wurde. Zur Überbrückung der Zeit bis zur Lieferung nahm sich die Band noch die Aufnahme des Headcleanr-Remixes von “Someday Soon” vor, welche erst einmal dadurch verzögert wurde, dass sich Ryan nicht mehr richtig an den Text von “Someday Soon” erinnern konnte. Witzigerweise standen alle Anwesenden gemeinsam auf dem Schlauch, sodass Ryan den Text erst auf seinem Laptop suchen musste. Dann konnte es aber richtig losgehen und die Aufnahme ging gut von der Hand. Die Interaktion der Band auch mit ihrem Produzenten war für uns Haufen Laien besonders faszinierend – man sieht schließlich nicht jeden Tag professionelle Recordings aus nächster Nähe.
Die Lieferung fester Nahrung wurde zum Anlass für eine erneute Pause und man stürzte sich wie ein Pack hungriger Wölfe auf die Pizza. Man saß zusammen und hatte seinen Spaß, diverse Albernheiten wieder nicht ausgeschlossen – allen voran natürlich Elias. Zu guter Letzt folgte die Aufnahme des Koma + Bones-Remixes von “Maestro”, bei welchem der gute Fu sich immer wieder etwas verspielte und daher seinen Part auf der “Box of Shame” stehend vollbringen musste.
Mit “Maestro” endeten die Aufnahmen, aber die Session war noch nicht zu Ende, da die Band spontan beschloss, dass wir einige Songs von neuen Album hören durften, die bisher noch kein Fan zu Ohren bekommen hatte, darunter “Flashpoint Riot” und “Close Continuance”. Die Suche nach dem korrekten Kabel, Anschluss und Lautsprechersystem verzögerte den Hörgenuss um einige Minuten, aber es half dem Spannungsaufbau, sodass die versammelte Mannschaft anschließend ehrfürchtig dem neuen Material lauschte. Lediglich unterbrochen von Ryan, der sich auf einer Welle von Perfektionismus immer wieder für den Sound entschuldigte und dass die Songs noch nicht ganz fertig seien. Nicht, dass überhaupt irgendwer auf die Idee gekommen wäre, sich zu beschweren…
Nach dieser besonderen Listening-Session ließ man die Veranstaltung langsam ausklingen und unterhielt sich noch bis Daniel die Anwesenden sanft, aber bestimmt aus dem Studio fegte. Die Band musste immerhin noch arbeiten. Es beschrieb das Ende eines für alle sehr außergewöhnlichen Tages, an den sich sicher alle noch lange zurückerinnern werden.
Zu guter Letzt noch ein paar Sätze von einigen der anwesenden Systeme de Street-Mitgliedern, wie sie den Tag erlebt haben:
Tanja Dombrowski: „Ich fand es echt super interessant, die Arbeit in einem Studio mitzuerleben. Ich war noch nie in einem und dann dort gleichzeitig auch noch eine Aufnahme zu erleben, das war einzigartig. Außerdem haben die Band und das Team von Tiefdruck uns wahnsinnig gut aufgenommen und betreut. Stets konnte man Fragen stellen und durfte sich relativ frei bewegen. Die Aktion mit den Einwegkameras fand ich genial, ich bin auch super gespannt auf die Fotos, besonders auf die, die es dann aufs Cover schaffen. Ob eins von meinen wohl dabei ist? Es war ein großartiger Tag, der mal wieder gezeigt hat, dass Tiefdruck und Julien-K einfach anders sind und Fannähe noch wirklich leben!“
Stefano Carlino: „Ich fand es super, dass man auch mal sehen konnte, wie so eine Aufnahme ablaufen kann; dass jeder die Aufnahme anders aufnimmt und dass ständige Kommunikation sattfindet, wenn mal etwas schiefläuft. Dann auch noch, mit der Band zu sprechen, sie über alles Mögliche zu fragen, mit ihnen Pizza zu essen oder anzustoßen. Das alleine war schon das ganze Geld wert und ich bin sehr gespannt, wie die Fotos werden, welche ausgewählt werden und die EP schlussendlich sein wird.“
Jonas Breunig: „Ich dachte erst, 4 Songs wären ein bisschen wenig, aber die Zeit verging wie im Flug! Es war sehr interessant, die Band mal in einer Studioumgebung beobachten zu können, wie etwas aufgenommen wird, welcher Aufwand dahinter steckt, in einer entspannten Atmosphäre – und das alles unter Freunden! Wir konnten uns frei im Studio bewegen, alles hautnah miterleben und sogar mit Kopfhörern mithören, was jeder einzelne der Band während der Aufnahme selbst hört. Alles in allem ein super Nachmittag in einem Studio mit einer großartigen Band – was will man mehr? Ein einmaliges Erlebnis! Ich bin schon sehr gespannt wie unsere Fotos geworden sind und natürlich auf das fertige Produkt. Ein dickes Dankeschön nochmal an Daniel, der das alles möglich gemacht hat. Du bist der Beste!“
Lukasz: „Es war ein wundervolles Erlebnis. Ich hatte nicht erwartet, dass die Band und die Crew mich geradezu wie einen VIP behandeln würden. Über Gott und die Welt reden, gemeinsam essen, zusammen aufnehmen – all das war unglaublich. Jeder hatte die Möglichkeit, zu sehen, wie es in einem Studio läuft und damit meine ich nicht nur die Aufnahmemethoden. Ich meine die Atmosphäre, das Verhältnis von v und Produzent und natürlich auch zu den Systeme de Street-Mitgliedern. Eines der besten Erlebnisse meines Lebens!“
Janek Zech: “Mit Julien-K für Aufnahmen ihrer neuen EP im Studio zu sein war der Hammer! Erst einmal mochte ich die Remixes und ‘Fail With Grace’ sehr, als ich sie auf ihrer letzten Tour gehört hatte und hätte mich sehr über professionelle Live-Aufnahmen dieser Songs gefreut. Nun wurde das wahr und ich war auch noch bei den Aufnahmen dabei! Die Atmosphäre im Studio war der Hammer. Es hat viel Spaß gemacht, mit meinen Freunden, der Band und den Leuten von Tiefdruck abzuhängen. Und dann waren da natürlich noch die Aufnahmen! Verdammt cool, direkt neben Ryan, Amir, Fu und Elias zu stehen während sie ihre Parts spielten. Auch das Fotografieren mit den Einwegkameras war cool, hoffentlich finden sich einige meiner Fotos im Artwork wieder. Vielen Dank an die Band und natürlich Daniel für diese einmalige Erfahrung!”
Die Vinyl-EP SDS Sessions v.1 ist streng limitiert und nur für Fans erhältlich. Damit ist sie jetzt schon ein echtes Sammelstück! Das im Kontrast zu den analog aufgenommenen Songs und Fanfotos sehr futuristische Cover-Artwork wurde von der Berliner Künstlerin Amrei Hofstätter gestaltet, deren Kunst auch schon in der Vogue zu sehen war.
Die Tracklist besteht aus den Songs “Dregs Of The World”, “Fail With Grace”, “Someday Soon” (Headcleanr Remix) und “Maestro” (Koma + Bones Remix). Mit der EP kommt auch ein digitaler Download-Code für die Songs, damit auch Fans ohne Plattenspieler in den vollen Genuss kommen.














