Biografie

The Delta Fiasco aus dem britischen Liverpool verströmen einen verschwenderischen Reiz weitreichenden Ausmaßes. Ihre Mischung aus harten Gitarren, intensiven Drums und mutierten elektronischen Pieptönen verschmilzt zusammen mit Nathan Walczaks erhabenem Falsettgesang zu einem mitreißenden, kopfverdrehenden Sound-Rausch. Durch ebenjene Kreuzung aus Avantgarde-angehauchtem Rock und europäischem Electronica-Sound konnten die Jungs ein besonderes Happening von atemberaubender Originalität erschaffen.

Nachdem sich die Band in Liverpool zusammengefunden hatte, konnte sie sich rasch einen Namen im rebellischen Underground der Großstadt machen. Nach und nach verliebten sich die Jungs in die Szene, die sich um die legendäre Club-Nacht der Band Ladytron (Evol) gebildet hatte, und sie wurden einem regelrechten Sperrfeuer an neuen Einflüssen und Eindrücken ausgesetzt, das letztendlich ihre kulturellen Horizonte massiv erweitern konnte. Dieser neue Lifestyle, der sich durch den Konsum von Underground-Musik und Kultliteratur und den Besuch von zwielichtigen Kellerclubs auszeichnete, verlangte natürlich auch einen brandneuen Sound. Und so bildete sich die Band The Delta Fiasco als eine Art Analogie für desillusionierte, mutlose Soldaten, die ihren eigenen Verbündeten in den Rücken schossen, während sie selbst eilig über Schützengräben hinweg hechteten.

Ursprünglich als Duo unterwegs, arbeiteten sich Nick Bentley (Synthies/Programming/Gitarre) und Nathan Walczak (Gitarre/Gesang) unermüdlich in der Liverpool-Szene voran und entwickelten auf diesem steinigen Weg eine straff aufgezogene Ästhetik. Durch die Herausbildung eines experimentellen Ansatzes, der den Laptop zum Instrument machte, begann eine wuchtige Sound-Symphonie voller filmartigem Bombast aus den elektronischen Hexereien von Nick Bentley zu entspringen – die, nach Kreuzung mit Nathans erhabenem Gesang und provokativen Texten, das Duo zu Architekten einer begeisternden dunklen Hochzeit von Electronica und Rock heranreifen ließ. Mit der Aufnahme von Drummer Simon Hilton konnten diese stets präsenten akustischen Ambitionen schlussendlich in Form der Single “Paperhouse” erstmals verwirklicht werden.

Die Single, die durch eine professionelle Produktion von Anthony “Fu” Valcic und Jagz Kooner besticht, ist ein perfektes Beispiel für den aktuellen Sound der Band: Pulsierende Drums und eindringlicher Gesang transformieren im Zusammenspiel mit einem stürmischen Schwall an aufwühlenden Gitarren zu einzigartigen Sound-Wellen. Nachdem das Ganze erst mal in Fahrt gekommen ist, entfesselt es sich dem Zuhörer wie ein höhnisch grinsendes Biest, bevor der Höhepunkt dieses elektronischen Mash-ups endlich erreicht wird. In der Vergangenheit hatte Produzent Fu Valcic bereits mit hochrangigen Acts wie den Nine Inch Nails und Marilyn Manson gearbeitet, und Jagz Kooner konnte ebenfalls bereits auf einige Produktions-erfahrungen mit u.a. Primal Scream, Radio 4 und Kasabian zurückblicken. Die weitreichenden, theatralisch anmutenden Produktionstechniken, die damals mit diesen Künstlern erarbeitet werden konnten, kamen auch hier ganz klar wieder ins Spiel.

Die darauffolgende Dreameater EP wurde in Los Angeles während eines Aufenthaltes der Band bei ihren Labelmates The Virgin Tears aufgenommen (deren Band-Mitglied Dave Ziebarth auch der jetzige Manager von The Delta Fiasco ist). Obwohl die Deltas auf dem Papier eher düster erscheinen mögen, kann man auch einige eindeutige optimistische Lichtblicke in ihren Aufnahmen und Live-Performances entdecken, die sich wie scharfe, grelle Blitze in einen weitläufigen dunklen Himmel entzünden. Diese Wirkung kann man auch teilweise dem Standort ihres Aufnahme-Studios in L.A. zuschreiben, der es den Jungs ermöglicht hat, “düstere, aber dennoch sonnengefärbte Musik” zu kreieren – die perfekte Analogie sowohl für die Sonnenstadt L.A. als auch für den Gesamt-Sound der Band.

Mit ihrer inbrünstigen Leidenschaft für die Kunst des Performens auf den Bühnen dieser Welt haben die Deltas akribisch eine Live-Routine entwickelt, die jeden ihrer Auftritte zu einem mitreißenden Spektakel werden lässt. Nach etlichen aggressiv-intensiven Headliner- Shows quer durch Großbritannien konnte das Trio durch Support-Slots für Acts wie The Gossip, The Presets, New Young Pony Club, Klaxons, Patrick Wolf und The Long Blondes mittlerweile auch größere Zuschauermassen in größeren Hallen rund um den Planeten mit seinem Sound stark beeindrucken.

Ihr DJ-ähnlicher Ansatz bei Live-Performances bahnt den Weg für eine Electronic-Dance-Show, die vor Energie nur so strotzt und die sich ebenfalls sehr von den Aufnahmen im Studio unterscheidet. Sänger Walczak beschreibt es selbst folgendermaßen: “Jede Nacht ist ein Versuch, mindestens eine Person in der Masse beim folgenden Gedankengang zu erwischen: ‘Was zur Hölle passiert hier?!‘”
Die Antwort: Auf jeden Fall ein prägendes, hedonistisches und atemberaubendes Unterfangen!

 

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